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Gemeinschaft für deutsche Studentengeschichte e.V.

Nachrichten
Ausgewählte Informationen aus dem Studenten-Kurier

"Unvergeßliche Jahre": Studentische Wanderbewegung
GDS startet mit neuer Veröffentlichung ins Jahr 2008

„Unvergeßliche Jahre“ erlebten im 19. Jahrhundert über 300 Schweizer im bayerischen Eichstätt am dortigen Bischöflichen Lyzeum – ein spezielles Kapitel studentischer Wanderbewegung, das mit einer von der GDS veröffentlichten Arbeit erstmals erforscht wird: Unter dem Titel „… unvergeßliche Jahre“. Schweizer Studenten am bischöflichen Lyzeum Eichstätt (1848–1912) erscheint im Januar 2008 der 15. Band der GDS-Schriftenreihe Abhandlungen zum Studenten- und Hochschulwesen. Autor ist Siegfried Schieweck-Mauk, der u.a. durch sein Standardwerk Lexikon der CV- und ÖCV-Verbindungen bekannt wurde. In seinem neuen Buch zeigt er auch, wie die katholischen Schweizer, geprägt von den Eichstätter Bildungs- und Erziehungsidealen, später in ihrer Heimat wirkten. Zudem wird die „Helvetia Eystettensis“ als Auslandssektion des Schweizerischen Studentenvereins, als selbstorganisierter Bildungsverein und als Migrationsgruppe vorgestellt. In Biogrammen werden die Hochschullehrer und ihre Schweizer Studenten mit Werk- und Literaturverzeichnis dargestellt – Lebensläufe, die bisher nur vereinzelt dokumentiert wurden.

Bundesverdienstkreuz für Friedhelm Golücke
Bundespräsident Horst Köhler hat den Vorsitzenden der Gemeinschaft für deutsche Studentengeschichte (GDS), Dr. Friedhelm Golücke, mit dem Bundesverdienstkreuz am Band ausgezeichnet. Der Paderborner Historiker wird damit für seine Verdienste um die Hochschul- und Regionalgeschichte geehrt.

Verbindungsgründungen in Afrika?
Derzeit wird mit Hilfe der CV-Afrika-Hilfe versucht, die erste afrikanische CV-Verbindung in Kamerun zu gründen. Zehn Mitglieder der Kölner KDStV Rheno-Baltia haben sich nach Angaben von CV-Pressesprecher Alexander Görlach auf den Weg gemacht, um mit Hilfe ihres Bundesbruders Charles Morfaw an seiner Heimatuniversität eine Verbindung zu gründen. Auch in Nordnigeria (Enugu) seien die Vorbereitungen zur Gründung einer CV-Verbindung in 2009 weit fortgeschritten, teilte der Verband Anfang Dezember mit.

Korporationsfarben an der Nationalgalerie
Das hat es noch nie gegeben: Von Anfang Mai bis Mitte Juni war die Berliner Neue Nationalgalerie mit 58 Flaggen behängt, deren Bedeutung dem kundigen Betrachter schnell klar wurde: An dem berühmten Bauwerk Mies van der Rohes waren die Farben aller Berliner Studentenverbindungen angebracht. Nanu? Eine Hommage der deutschen Hauptstadt an ihre Korporierten? Mitnichten. Im Katalog einer Ausstellung des Künstlers Daniel Knorr wurden die Fahnen als Mahnung interpretiert: "Passt auf, in dieser scheinbar so weltoffenen Stadt leben nicht nur Kosmopoliten" – sondern eben auch Verbindungen, die "aus ihrer reaktionären und nationalisstischen Gesinnung keinen Hehl machen".

CV mit neuem Vorort und tiefem Einblick
Neuer Vorort, neuer Auftritt, neues Recht: Während der alljährliche Vorortswechsel zu den Regularien beim CV gehört – bei der Cartellsammlung in Bonn (1. bis 4. Mai 2008) wurde Christian Fiehl (Gothia Erlangen) als neuer Vorortspräsident bestätigt –, tut sich nicht alle Jahre Grundsätzliches. Diesmal soll es eine neue "Corporate-Design"-Strategie des Verbandes geben, finanziert durch Rücklagen. Zugleich wird aber der Mitgliedsbeitrag "moderat" erhöht, wie der CV mitteilte. Die neue Strategie wird in einem internen Papier mit dem tiefen Blick in den Ausschnitt einer vollbusigen Dirndl-Trägerin und dem Motto "Da regt sich was" vorgestellt.
Kommentar der Redaktion: Regt sich da wirklich was? Allenfalls in den Männerphantasien der Werbestrategen. Die Aufnahme zumindest von dirndltragenden Studentinnen ist nämlich auch im reformierten Verbandsrecht nicht vorgesehen, dessen erste Teile in Bonn verabschiedet wurden. Die Reform hält vielmehr am hergebrachten Grundsatz des CV als Verband von Verbindungen katholischer Männer fest. Das CV-Recht soll aber vereinheitlicht werden, unter anderem entfällt der bisher für Alte Herren meist problemlos mögliche Wechsel der Urverbindung.
Den Festgottesdienst zur Cartellversammlung zelebrierte der neue Nuntius des Papstes in Deutschland, Erzbischof Jean-Claude Périsset; die Predigt hielt der Kölner Weihbischof und CVer (Burgunda Leipzig zu Düsseldorf) Heiner Koch.
Der CV hat, wie bei der Versammlung mitgeteilt wurde, zur Zeit (Stand: Ende April) 29.704 Mitglieder, davon 3.977 Studierende. Das sind 1.115 Mitglieder und 563 Studierende weniger als 2002. Mehr als 45 Prozent der Alten Herren sind älter als 65 Jahre.

Trauer um Philipp von Boeselager
Der Cartellverband der katholischen deutschen Studentenverbindungen trauert um seinen Cartellbruder Philipp Freiherr von Boeselager (Ripuaria Bonn). Boeselager war der letzte Überlebende des Aufstands gegen Adolf Hitler am 20. Juli 1944. Er starb in der Nacht zum 1. Mai 2008 im Alter von 90 Jahren auf Burg Kreuzberg in Kreuzberg bei Altenahr.

Verfassungsschutzbericht ohne Danuba
Stammleser des bayerischen Verfassungsschutzberichtes müssen auf eine Tradition verzichten: Im aktuellen Bericht für das Jahr 2007 wird die Münchner Burschenschaft Danubia nicht mehr erwähnt. Die Streichung erfolgte stillschweigend. Eine "Initiative Akademische Freiheit" um den Münchner CSU-Politiker Hans Merkel bewertet sie als Erfolg u.a. ihrer Öffentlichkeitsarbeit. Danubia hatte das bayerische Innenministerium verklagt, eine Entscheidung in dieser Sache steht aber noch aus. Die Burschenschaft selbst hält an ihrer bekannten Programmgestaltung fest, so referierte bei einem "Burschenschaftlichen Abend" im Mai der ehemalige Krankenpfleger von Rudolf Heß über den "Gefangenen Nr. 7".

100 Jahre Gesellschaft für burschenschaftliche Geschichtsforschung
Die Gesellschaft für burschenschaftliche Geschichtsforschung e. V. (GfbG)/Burschenschaftliche Historische Kommission (BHK) wurde am 13. 4. 1909 gegründet. Eine Vorläuferinstitution gab es seit 1898. Die wichtigsten Gründer, Mitglieder und Unterstützer waren Herman Haupt (Arminia Würzburg, Frankonia und Germania Gießen), Georg Heer (Arminia Marburg), Theodor Mommsen (Albertina Kiel), Reinhold Koser (Silesia Wien), Friedrich Meinecke (Saravia Berlin), Heinrich Ritter von Srbik (Gothia Wien), Paul Wentzcke (Alemannia Straßburg, Marchia Bonn, Germania Würzburg) und Ferdinand Bilger (Silesia Wien) sowie Julius Ficker Ritter von Feldhaus (Frankonia Bonn), Otto Hintze (Germania Greifswald) und Wilhelm Oncken (Frankonia Heidelberg).
Aus Anlaß der 100-Jahr-Feier der GfbG/BHK soll vom 3. bis zum 4. Oktober 2009 in Heidelberg eine Festveranstaltung mit wissenschaftlichem Symposium stattfinden. Gründe für die Wahl von Ort und Zeit sind u. a. die zentrale Lage Heidelbergs, der Sitz und die Beteiligung des Winter-Verlags (seit 1910 GfbG/BHK-Verlag), der Amtsantritt der Vorsitzenden Burschenschaft der Deutschen Burschenschaft, der Burschenschaft Normannia Heidelberg, als Vorsitzende des Geschäftsjahres 2009/10 am 1. 10. 2009 und der glückliche Umstand, daß der Tag der Deutschen Einheit auf einen Sonnabend fällt. Als Festgabe ist eine Festschrift zur Geschichte der GfbG/BHK vorgesehen.

Trauer um Jaan Kross
Estland trauert um seinen Nationaldichter: Jaan Kross (1920–2007) war der auch im Ausland am besten bekannte und am häufigsten übersetzte Schriftsteller des Landes und galt als Dauerkandidat für den Literaturnobelpreis, der ihm dennoch nie verliehen wurde. Romane wie „Der Verrückte des Zaren“ machten ihn auch in Deutschland populär; das Leben des zunächt 1944 von den deutschen Besatzern verhafteten, dann 1946 von den Sowjets nach Sibirien deportierten Autors ist exemplarisch für das Leiden seines Volkes unter zwei Diktaturen. Erst 1954 kehrte Kross aus dem Gulag heim. Was in Estland wohl jeder weiß, ist im Ausland kaum bekannt: Jaan Kross war Alter Herr einer Studentenverbindung. Seit 1938 gehörte er dem Verein Studierender Esten (Eesti Ulioplisaste Selts, EÜS) in Dorpat an, der ältesten und bedeutendsten estnischen Korporation, deren Farben Blau-Schwarz-Weiß auch als Nationalfarben gewählt wurden.

Austritt aus dem TCV
Die CStV Unitas Hildburghausen zu Wuppertal hat ihren bisherigen Dachverband, den TCV, am 31. Dezember 2007 verlassen. Der Verband hat jetzt noch 26 aktive Korporationen.

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