Gemeinschaft
für deutsche Studentengeschichte e.V.
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Studentenwörterbuch
für neue Mitglieder
Werbeaktion 2007 der GDS

Es ist
eine lohnende Sache, Mitglied der Gemeinschaft für deutsche Studentengeschichte
(GDS) zu werden. Viele kleine Einzelbeiträge und Spenden werden
in der Summe zu einem erheblichen Budget, mit dem die GDS Veröffentlichungen
und andere Arbeiten finanzieren kann, die für Einzelne oder kleinere
Gruppen nicht realisierbar wären. Traditionell begrüßt
die GDS deshalb jeden, der sich ihr neu als Mitglied anschließt,
mit einer Arbeitsprobe aus der jüngeren Vergangenheit. 2007 stehen
zwei Bücher dafür zur Auswahl: Das Kleine
Studentenwörterbuch - ein kompaktes Nachschlagewerk zu Hochschule
und Studentengeschichte - sowie der originalgetreue Nachdruck von Walter
Bloems bedeutendem Studentenroman Brüderlichkeit.
Die GDS hat im Januar rund 2500 mögliche Interessenten über
dieses neue Angebot informiert. Der Beitritt zur GDS ist jederzeit möglich,
ein entsprechendes Formular können
Sie gleich hier ausdrucken oder per E-Mail
zunächst ein Informationspaket anfordern.
GDS-Tagung
"Deutsche Studenten im Ersten Weltkrieg"
Mit
dem Thema "Deutsche Studenten im Ersten Weltkrieg" beschäftigt
sich eine GDS-Tagung vom 12. bis 14. September 2008 in Paderborn. Vorgesehen
sind Vorträge u. a. zur Situation von jüdischen Studenten,
zur Lage von Studentinnen, zu einzelnen Korporationsverbänden,
zu studentischen Feldpostbriefen und zum Weltkriegsgedenken. Die Tagung
für alle an Studentengeschichte Interessierten findet im "IN
VIA Gäste- und Tagungshaus" (www.meinwerk.de) statt. Dort
sind auch Speisen und Übernachtung vorgesehen. Detailinformationen
finden Sie ab Januar 2008 unter www.gds-web.de oder erhalten Sie von
Tagungsleiter Marc Zirlewagen, Ohmstr. 64, D-60486 Frankfurt a. M. (E-Mail).
Im "Tatort"
wurde scharf gefochten
8,1 Millionen
Fernsehzuschauer sahen am 28. August den neuen Tatort "Satisfaktion"
aus Münster das entsprach einem Zuschaueranteil von 21,9
Prozent und brachte den ARD-Krimi an die Spitze der Einschaltquoten-Liste.
Kommissar Frank Thiel (Axel Prahl) und der amüsant-schnöselige
Gerichtsmediziner Professor K.F. Boerne (Jan Josef Liefers) ermittelten
diesmal in der Welt der schlagenden Studentenverbindungen, wobei Boerne
sich selbst als Alter Herr eines erfundenen Corps im ebenso erfundenen
besonders fechtfreudigen "Hanauer Kreis" outet. Auch die Hauptverdächtigen
sind Corpsstudenten, und Boerne gerät in einen dramatischen Pflichtenkonflikt
zwischen corpsstudentischer Loyalität und seinen Ermittlerinteressen;
schließlich demonstriert er seine gefürchteten Fechtkünste
ausgerechnet gegenüber einem der Bösewichter. Anders als etwa
im Leipziger Tatort "Quartett" (aus dem Jahr 2000) erscheinen
Studentenverbindungen hier nicht einseitig abstoßend; sie bilden
eine gefährliche Welt voller geheimer Seilschaften, aber auch eine
Bühen enorm schneidiger Auftritte für AH Boerne.
Wieder
eine Tigurinia
Ein traditionsreicher Name lebt wieder auf. Am 30. Juni 2007 wurde in
Zürich das Corps Tigurinia neu gestiftet. Eine erste Tigurinia
hatte von 1850 bis 1932 bestanden (von 1927 bis 1931 in Köln);
ein bekanntes Mitglied war der Psychiater Otto Binswanger (18531929).
Ihr 200. Stiftungsfest konnte die Lusatia Leipzig feiern. Im Kösener
Senioren-Convents-Verband hat unteressen der Vorort Rostock mit Sprecher
Wolfgang Schmidt (Corps Visigothia) die Geschäfte übernommen
und bei den Weinheimer Corpsstudenten der Vorort Darmstdt mit dem 1.
Vorortssprecher Wolf-Dieter Perlitz (Corps Obotritia).
Rechtsfragen
im CV geklärt
Verfügt
der deutsche CV über einen rechtmäßig gewählten
Vorortspräsidenten? Allen Ernstes musste diese Frage verbandsrechtlich
geklärt werden am 3. September 2007 wurde schließlich
das Urteil des CV-Regionalgerichts West allen Beteiligten zugestellt:
Ja, der Vorortspräsident Daniel Eck ist CVer. Das Urteil ist rechtskräftig.
Ecks Status war seit der letzten Cartellversammlung in Münster
rechtlich umstritten. Eck,
ehemaliges Mitglied der KDStV Ripuaria Bonn, hatte nur die Unterstützung
von etwa der Hälfte der Delegierten gefunden. Nach Auffassung der
anderen Delegierten war Eck durch seinen Ausschluß aus der Ripuaria
kein CVer mehr, eine danach erfolgte Aufnahme bei der Bonner Alania
sei ungültig. Das Regionalgericht entschied aber, es gebe keinen
stichhaltigen Grund, Eck die Mitgliedschaft bei Alania zu verweigern.
"Berufsverbot"
in Bayern?
Nun
gibt es auch auf der rechten Seite des politischen Spektrums Kämpfer
gegen ein "Berufsverbot". Nach Rückfrage beim bayerischen
Innenministerium hatte das Justizministerium des Freistaates im Jahre
2005 eine Bewerbung des Rechtsassessors Sascha Jung um Übernahme
in den Richterdienst abgelehnt. Hintergrund war Jungs Zugehörigkeit
zur Münchner Burschenschaft Danubia, die im bayerischen Verfassungsschutzbericht
aufgeführt wird. Jung hatte eine Klage gegen den Ablehnungsbescheid
wegen des Kostenrisikos zurückgezogen. Jungs Fall wird von der
Wochenzeitung "Junge Freiheit" immer wieder zum Thema gemacht;
im August 2007 verbreitete eine "Initiative Akademische Freiheit"
eine Werbeaussendung mit einem Sonderdruck der Zeitung und einem Begleitschreiben.
Darin erklärt der Mitgründer der "Initiative", der
pensionierte Ministerialdirigent Hans Merkel (Burschenschaft Arminia-Rhenania)
unter anderem: "Ich habe selten jemanden erlebt, der sich mit seiner
Haltung und seinen Idealen so sehr in den burschenschaftlichen Ideen
von 1848 wiederfindet wie Sascha Jung."
Unterdessen
ist die SPD mit ihrem Versuch gescheitert, Jung auszuschließen.
Das Landgericht Berlin entschied in einem im Juni veröffentlichten
Urteil, der Parteiausschluß sei rechtswidrig. Das Gericht befasste
sich allerdings ausdrücklich nicht mit der Frage, ob die Zugehörigkeit
zur Danubia ein stichhaltiger Grund für die Maßnahme sei,
sondern entschied aus formalen Gründen: Die SPD hatte es versäumt,
ein reguläres Ausschlußverfahren über zwei Instanzen
eines Parteischiedsgerichts zu führen (Az. 56S108/06). Jung erklärte
dann aber am 21. Juli seinen Austritt aus der SPD, der er seit 1990
angehört hatte - zeitweise als Juso-Chef in Leipzig.
Notengebung
nach Fächerkultur
An deutschen Hochschulen werden Examensnoten offenbar entsprechend stabiler
Fächerkulturen vergeben, oder anders ausgedrückt:
Die Examensnoten in unterschiedlichen Fächern sind miteinander
kaum vergleichbar, eine Eins in Psychologie kommt viel häufiger
vor als eine Eins in Rechtswissenschaften. Ob solche Häufungen
guter Noten in einzelnen Fächern auf besonders begabte Studierende
oder aber auf besonders großzügige Professoren zurückzuführen
sei, lasse sich aus dem vorliegenden Datenmaterial nicht erschließen,
merkte der Vorsitzende des Wissenschaftsrates, Peter Strohschneider,
ironisch an. Nach einer Erhebung seines Gremiums sind die besten Durchschnittsnoten
bei universitären Diplomstudiengängen in Biochemie (1,51)
zu verzeichnen, gefolgt von Biologie, Physik (jeweils 1,54); die schlechteste
Durchschnittsnote findet sich in den Rechtswissenschaften (3,17). Das
wurde jetzt bei einer neuen Untersuchung der Prüfungsnoten des
Jahres 2005 deutlich: Die Ergebnisse wichen kaum von denen der Jahre
1996, 1998 und 2000. ab. Dazu Strohschneider: Wenn es schon an
einer Hochschule in einem Studiengang praktisch keine Notendifferenzierung
gibt, tut man den Absolvierenden damit keinen Gefallen. Nochmehr gilt
dies, wenn das gleich an mehreren Hochschulen im gleichen Studiengang
der Fall ist.
Bei Mathematik und Naturwissenschaften schnitten 87 Prozent mit sehr
gut und gut ab, drei Prozent absolvierten ihr Studium
sogar mit mit Auszeichnung. In den Sprach- und Kulturwissenschaften
werden besonders gute Noten in Psychologie (1,59) und Philosophie (1,67)
vergeben. Die Leistungen der Absolventen in den Sprach- und Kulturwissenschaften
wurden zu 87 Prozent mit sehr gut und gut bewertet.
In den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften ragen die Durchschnittsnoten
für die Studiengänge Politikwissenschaften und Soziologie
(jeweils 1,87) heraus. Der Schwerpunkt der Bewertung lag mit 90 Prozent
bei gut und befriedigend. An den Fachhochschulen
variierten die Durchschnittsnoten in den Diplomstudiengängen zwischen
1,88 (Sozialpädagogik) und 2,27 (Bauingenieurwesen).
Über
4000 aktive CVer
516 Neueintritte ohne Ehrenmitglieder konnte der deutsche
CV im vergangenen Jahr verzeichnen. Damit hat die Zahl der studierenden
CVer wieder die 4000er-Marke übersprungen. Das teilte der scheidende
CV-Ratsvorsitzende Karlheinz Götz (Rupertia Regensburg) mit; er
kann nach Ablauf seiner höchstmöglichen Amtszeit auf der nächsten
Cartellversammlung in Münster nicht wiedergewählt werden.
Als Nachfolger schlug Götz seinen bisherigen Stellvertreter Manfred
Speck (Hasso-Rhenania Gießen) vor. Die Münchener Cartellversammlung
2006 hatte eine Ausnahmeregelung beschlossen, nach der Speck für
vier Jahre in diese neue Funktion gewählt werden kann, obwohl er
in seinen bisherigen Funktionen die höchstmögliche Amtsdauer
ebenfalls erreicht hat.
Die
"Generation Praktikum" gibt es nicht
Auch
wenn Praktika nach dem Studium in der Vergangenheit zugenommen haben
mögen, handelt es sich nicht um ein Massenphänomen; der Begriff
"Generation Praktikum" ist nicht gerechtfertigt. Selten legen
Absolventen mehr als ein Praktikum zurück. So das wesentliche Ergebnis
einer Umfrage der HIS Hochschulinformations-System GmbH bei mehr als
10.000 Hochschulabsolventinnen und -absolventen des Jahrgangs 2005 aus
allen Fachrichtungen und Abschlussarten. Allerdings verteilen sich die
Praktika sehr unterschiedlich auf die absolvierten Studiengänge
und die verschiedenen Wirtschaftszweige. Die Bewertung von Praktika
nach dem Studium fällt überwiegend positiv aus; relativ selten
wurden sie von Absolventinnen und Absolventen als Ausbeutung empfunden,
auch wenn das HIS in der Umfrage "mitunter auch Praktikumsverhältnisse"
festgestellt hat, "die zu erheblicher Unzufriedenheit führen
und offenbar primär dazu dienen, Praktikantinnen und Praktikanten
als günstige Hilfskräfte einzusetzen".
Von den FH-Absolventen war etwa jeder achte, von den Universitätsabgängern
jeder siebte nach dem Studium zunächst Praktikant. In manchen Fachrichtungen,
z. B. in den technischen und naturwissenschaftlichen Fächern, ist
ein Praktikum nach dem Studium die Ausnahme. Zu den Fachrichtungen,
in denen die Absolventinnen und Absolventen vergleichsweise häufig
ein Praktikum aufnehmen, zählen die Biologie und die Wirtschaftswissenschaften,
die Sprach- und Kulturwissenschaften (hier absolviert jeder vierte ein
Praktikum) und die Psychologie. Am häufigsten sind Absolventinnen
und Absolventen der Magisterstudiengänge als Praktikanten tätig
(34%). Die Verbreitung von Kettenpraktika oder Praktikumskarrieren ist
gering: Nur etwa jede(r) zehnte Fachhochschulabsolvent(in), der/die
nach dem Studium ein Praktikum absolviert hat, und etwa jede(r) fünfte
Universitätsabsolvent(in) mit Praktikumserfahrungen nach dem Studium
hat zwei oder mehr Praktika durchlaufen. Der ausführliche Bericht
kann kostenlos im Internet
heruntergeladen werden.
Korporierter
Papst schreibt Post- und Studentengeschichte
Normalerweise würdigt Deutschland keine lebenden Persönlichkeiten
auf Briefmarken - für Papst Benedikt XVI. machte sie eine Ausnahme.
Zum 80. Geburtstag des Papstes erschien eine Sondermarke. Auch die katholischen
Verbände KV und CV freuen sich über diesen Ehrentag eines
der Ihrigen. Joseph Ratzinger gehört dem KStV Liechtenstein Hohenheim
(inzwischen: zu Erfurt) im KV an; später wurde er Ehrenmitglied
des KStV Isaria zu Freising und des KStV Alemannia zu München.
Ebenso ist er seit 1978 als Ehrenmitglied der CV-Verbindung Rupertia
Regensburg, ferner bei Alcimonia Eichstätt und Capitolina Rom.
Am 7. März 2007 empfing er einige seiner Kartellbrüder, darunter
den KV-Ratsvorsitzenden Karl Kautzsch, und sagte ohne Zögern: "KV,
da gehöre ich ja dazu". Ein Bekenntnis, das sicher ebensolange
zitiert werden wird wie das von Pius XII.: "Ich bin auch CVer".

Würzburg
übernimmt Leitung des SV
Neuer Bundessenior beim Sondershäuser Verband
der Akademisch-Musikalischen Verbindungen ist Sebastian Köching.
Mit ihm an der Spitze übernahm die Akademisch-Musikalische Verbindung
Würzburg für ein Jahr das Verbandspräsidium.
RCDS
mit neuem Vorstand
Der Ring
Christlich Demokratischer Studenten (RCDS) hat in Marburg einen
neuen dreiköpfigen Bundesvorstand gewählt. Vorsitzender des
CDU-nahen Verbandes ist Matthias Kutsch von der Universität Heidelberg.
Stellvertreter und Schatzmeister ist Johannes Schröder aus Mainz,
weiterer Stellvertreter Benedikt Brunner von der Katholischen Universität
Eichstätt. Der RCDS hat 8000 Mitglieder und knüpfte mit seiner
60. Bundesdelegiertenversammlung an die Gründungsversammlung, an,
das "Marburger Treffen", aus dem der RCDS hervorging.
Dresden:
Ringvorlesung zur Studentengeschichte
Füxe, Kneipen und Couleur Studentenverbindungen
in Vergangenheit und Gegenwart ist der Titel einer Ringvorlesung im
Studium Generale deer TU Dreseden, die im Sommersemester 2007 angeboten
wird. Die Schirmherrschaft übernahm Prof. Dr. Werner J. Patzelt,
Lehrstuhl für Politische Systeme und Systemvergleich. Die Veranstaltungen
finden immer Mittwochs von 18.30 bis 20 Uhr im Raum HSZ 403 statt
eine bemerkenswerte Initiative an einer Universität, an der sich
studentische Korporationen immer wieder Angriffen ausgesetzt sehen.
Die Veranstaltungen im einzelnen:
4. April: Einführung in das Themengebiet durch Prof. Patzelt
11. April: Brauchtum, Ämter und Strukturen in Studentenverbindungen
(Studiendirektor Akens)
18. April: Entstehung studentischer Zusammenschlüsse und
Verbindungen vor 1800
Orden, Logen, Landsmannschaften im Mittelalter und der frühen Neuzeit
(Dipl.-Ing. Textor)
25. April: Die Corps (Dr. Kalthoff)
2. Mai: Die Deutsche Burschenschaft (Prof. Wild); Die
Rolle der Altherrenschaften in studentischen Verbindungen und ihr Wirken
in Korporationen (Prof. Altona)
16. Mai: Landsmannschaften, Turnerschaften, Sängerschaften
(Prof. Wedde)
23. Mai: Die katholischen Verbindungen - Ihre historische Bedeutung
und Rolle in Politik, Gesellschaft und Wissenschaft (Prof. Dr. Dr. Peter
Claus Hartmann, Mainz)
6. Juni: Akademisches Fechten Entwicklung, Sinn und
Zweck, Pauk-Comment (Herr Amberger)
13. Juni: Nichtschlagende Korporationen (RA Witt)
20. Juni: Studentenverbindungen zwischen Kaiserreich und Diktatur: Die
Blüte im Kaiserreich und der Weimarer Republik - Verbot durch die
Nationalsozialisten und in der DDR - Neuentstehung nach 1945/90 (Prof.
Wolfgang Wippermann, Berlin)
27. Juni: Verbindungen und Hochschule soziales und akademisches
Engagement, Stifterwesen und Elitenförderung (Prof. Kokenge)
4. Juli: Für immer im Lebensbund ? rechtliche Aspekte von
Lebensbund, Mensur und Co.(RA Lorek)
11. Juli: Verbindungen Was bringts ? Aktivsein
als Vorbereitung auf das Berufsleben, Vor- und Nachteile eines Korporierten
(Dipl.-Ing. Löhrer)
Festakt
zum 175. Jahrestag des Hambacher Fests
Zum 175. Jahrestag des Hambacher Festes lädt der Convent Deutscher
Akademikerverbände zu einem Festakt auf dem Hambacher Schloß
ein. Am 27. Mai 1832 hatten sich dort 30.000 Anhänger deutschen
Demokratie- und Einheitsbewegung zusammen mit Abordnungen aus Frankreich
und Polen getroffen. Daran waren auch viele Akademiker beteiligt. Der
Festakt soll das normalerweise anstehende Verbändegespräch
ersetzen und am 21. Juli 2007 um 13 Uhr stattfinden. Als Festredner
wünschen sich die Veranstalter Bernhard Vogel, den früheren
Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz und - später - Thüringen.
CV läßt
EKV-Mitgliedschaft ruhen
Aus Unmut über die Arbeit des Europäischen
Kartellverbandes christlicher Studentenverbände (EKV) läßt
der deutsche CV seine Mitgliedschaft dort ruhen. Ein Austritt ist nicht
geplant, aber der CV stoppte zum Jahreswechsel jede finanzielle und
personelle Unterstützung und sieht sich als reiner Beobachter.
Neuer Präsident des EKV ist und bleibt allerdings ein CVer, nämlich
Stefan Schröder (Hasso-Rhenania Mainz). Der CV legt Wert darauf,
daß Schröder nicht als offizieller Kandidat des Verbandes
angetreten ist.
Drei
Korporierte auf Briefmarken
Gleich
drei bedeutende Korporierte sind im vierten Quartal 2006 auf deutschen
Briefmarken gewürdigt worden: Der ehemalige württembergische
Staatspräsident Eugen Bolz (AV Guestfalia Tübingen im CV)
war in der Weimarer Republik einer der herausragenden Politiker der
katholischen Zentrumspartei. Der 1881 geborene Bolz wurde 1919 Justizminister,
1923 Innenminister und 1928 Staatspräsident in Württemberg.
1933 setzten die Nationalsozialisten die württembergische Regierung
ab und schlossen Bolz von der Politik aus. In den frühen 40er Jahren
schloss er sich dem Widerstandskreis um Carl Friedrich Goerdeler (Turnerschaft
Eberhardina Tübingen) an. 1944 inhaftierte man ihn im KZ Ravensbrück.
Im folgenden Jahr wurde Bolz durch den Volksgerichtshof zum Tode verurteilt
und am 23. Januar 1945 in Berlin-Plötzensee ermordet. Die Briefmarke
erschien zu seinem 125. Geburtstag.
Der Arzt Werner Forßmann (Akademische Liedertafel Berlin, heute:
Akademisch-Musikalische Verbindung Berlin im Sondershäuser Verband)
wird zum 50. Jahrestag der Verleihung des Medizin-Nobelpreises geehrt,
den er 1956 erhalten hatte. Forßmann (1904-1979) gilt als Erfinder
des Herzkatheters. Während führende Mediziner lehrten, daß
das Herz auf die Einführung eines Fremdkörpers mit Stillstand
reagieren würde, unternahm der 25jährige Forßmann 1929
einen aufsehenerregenden Selbstversuch: Er schob sich einen Schlauch
von der Armvene bis in die rechte Herzkammer und belegte dies mit einer
Röntgenaufnahme - die erste Herzkatheterisierung der Welt. Heute
erlaubt diese Technik genaue Herzuntersuchungen und erspart vielen Menschen
eine Operation.
Zum 100. Geburtstag wurde Joseph Kardinal Höffner (Ehrenmitglied
der KDStV Ripuaria Bonn im CV) gewürdigt. Der Theologe und Nationalökonom
(1906-1987) war einer der bedeutendsten Vertreter der katholischen Soziallehre
in Deutschland, Bischof von Münster (seit 1962) und danach Erzbischof
von Köln (seit 1969). Lange Jahre war er Vorsitzender der Deutschen
Bischofskonferenz. Höffner hatte auch großen Einfluss auf
die Sozialpolitik der Ära Adenauer. Seit 2003 wird Höffner
in der israelischen Gedenkstätte Yad Vashem als "Gerechter
unter den Völkern" geehrt. Er hatte gemeinsam mit seiner Schwester
während der nationalsozialistischen Diktatur ein jüdisches
Mädchen versteckt und so vor der Deportation in ein Konzentrationslager
gerettet.
Anteil
der Studierenden sinkt
Nur
noch 69 Prozent der Studienberechtigten des Jahrgangs 2005 haben auch
ein Studium aufgenmmen. Die "Studierquote" ist damit weiter
rückläufig nach 73 Prozent anno 2002 und 71 Prozent
im Jahr 2004. Bezieht man diejenigen Studienberechtigten mit ein, die
eine Studienaufnahme wahrscheinlich bzw. alternativ
planen, liegt die Brutto-Studierquote zwischen minimal 69 Prozent und
maximal 76 Prozent. Dafür stieg der Anteil derjenigen Studienberechtigten,
die direkt nach dem Erwerb der Hochschulreife ins Studium wechselten,
gegenüber 2004 deutlich um fünf Prozentpunkte auf 43 Prozent.
2005 immatrikulierten sich also anteilsmäßig mehr Studienberechtigte
zum frühest möglichen Zeitpunkt an einer Hochschule. Dies
sind zentrale Ergebnisse des Berichts Studienberechtigte 2005
Übergang in Studium, Ausbildung und Beruf des Hochschul-Informations-Systems
(HIS).
Burschenschaftsdenkmal:
Sanierung vollendet
Das
Jugendstil-Deckengemälde im 1902 eingeweihten Burschenschaftsdenkmal
in Eisenach ist nach originalen Vorlagen neu entstanden. Die Malerei
des späteren Brücke-Künstlers Otto Gussmann (1869-1926)
war in den 1990er Jahren bei Sicherungsarbeiten verlorengegangen; nun
hat der Thüringer Künstler Gert Weber - ein früherer
Mitarbeiter Werner Tübkes - das 120 Quadratmeter große Gemälde
rekonstruiert. Es zeigt den Kampf nordischer Götter mit den Mächten
der Finsternis. Damit ist die 15 Jahre dauernde und 1,5 Millionen Euro
teure Sanierung des Denkmals abgeschlossen. Das nach den Entwürfen
des Dresdner Architekten Wilhelm Kreis errichtete, 33 Meter hohe Bauwerk
ist heute eines der Wahrzeichen von Eisenach (www.burschenschaftsdenkmal.de).